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	<title>Layout &#8211; Torsten Stapelkamp &#8211; KI- und Design-Prof. &#8211; Design Business = Business Design</title>
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	<description>Kreative Leistung Wert(e)-orientiert verkaufen - Life &#38; Business Design Community</description>
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		<title>Gestaltungslayout / Raster / Leserichtung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[torsten]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Oct 2017 11:09:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Design Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen Gestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Gestaltungslayout]]></category>
		<category><![CDATA[Komposition]]></category>
		<category><![CDATA[Layout]]></category>
		<category><![CDATA[Raster]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gestaltung kann auf das Screen- und/ oder Interfacedesign bezogen werden (siehe dazu Kapitel ›Screendesign‹ und Kapitel ›Interfacedesign‹). Als Ergänzung dazu erfolgt mit Hilfe eines Funktionslayouts die detaillierte Darstellung der Funktionen eines Produktes und die Visualisierung aller einzelnen Funktionselemente (siehe ›Funktionslayout‹ im Kapitel ›Orientierung gestalten, planen und strukturieren‹). Die im Folgenden beschriebenen Eigenschaften von Layouts &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.torstenstapelkamp.de/gestaltungslayout/" class="more-link">Continue reading<span class="screen-reader-text"> "Gestaltungslayout / Raster / Leserichtung"</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="wp-block-paragraph">Die Gestaltung kann auf das Screen- und/ oder Interfacedesign bezogen werden (siehe dazu Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/interfacedesign/">›Screendesign‹</a> und Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/interfacedesign/">›Interfacedesign‹</a>). Als Ergänzung dazu erfolgt mit Hilfe eines Funktionslayouts die detaillierte Darstellung der Funktionen eines Produktes und die Visualisierung aller einzelnen Funktionselemente (siehe <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/funktionslayout/">›Funktionslayout‹</a> im Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/orientierung/">›Orientierung gestalten, planen und strukturieren‹</a>). Die im Folgenden beschriebenen Eigenschaften von Layouts für Screendesign und Interfaces lassen sich nicht nur auf Software-, sondern auch auf Hardware-Produkte anwenden. Schließlich wird jedes Produkt, ob zwei- oder dreidimensional, ob digital oder analog, vom Betrachter gleichermaßen in den Proportionen seiner Eigenschaften und Oberflächenverteilungen wahrgenommen. Dass ein gesamtes Produkt als Interface wahrgenommen werden kann, wird im Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/interfacedesign/">›Interfacedesign‹</a> und dort unter ›Das Interface als Bedeutungsträger – Image, Branding‹ näher erläutert. Erkenntnisse bezüglich der Fläche, des Formates, des Rasters und der Gliederung eines Layouts für Software lassen sich in der Regel direkt auf das Layout der Bedienfelder von Hardware-Produkten übertragen, z. B. auf das einer Waschmaschine, eines medizinischen Gerätes, auf die Bedienfelder eines Flugzeugcockpits oder auf ein Autoradio. Viele Produkte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie hauptsächlich aus Bedienoberfläche bestehen.</p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
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</div>
<div style="height:36px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="900" height="472" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl-900x472.jpg" alt="" class="wp-image-10404" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl-900x472.jpg 900w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl-600x315.jpg 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl-768x403.jpg 768w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl.jpg 1024w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
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<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph"><a name="flaeche"></a></p>
<h2 class="wp-block-heading">Fläche</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Ein Layout bildet sich aus der Strukturierung einer Fläche und aus Bestandteilen, die auf ihr angeordnet werden. Bevor die Einteilung einer Fläche in verschiedene Bereiche oder die Anordnung verschiedener Elemente auf einer Fläche vorgenommen werden kann, ist es wichtig, zunächst das Flächenformat, das Proportionalverhältnis von Höhe und Breite, festzulegen. Je nach Medium und Produkteigenschaften sind verschiedene Arbeits- bzw. Abbildungsflächen in Größe und Ausrichtung (Hoch- oder Querformat) möglich bzw. vorgegeben (siehe Tageszeitung, Magazin, Buch, Verkehrsschilder, Leitsysteme, Fernsehmonitor, Computermonitor, PDA, Mobiltelefon, Bedienfelder von Haushaltsgeräten, Steuerpult von Maschinen etc.). Innerhalb der vorgegebenen Flächen können zwar eigene Formate abgebildet werden, die allerdings stark durch das Flächenformat, auf dem sie abgelegt werden, beeinflusst bleiben. Für die Gliederung einer Fläche gibt es keine bestimmten Regeln oder Proportionen festzulegen. Man kann seinem Gefühl vertrauen oder systematisch vorgehen. Oft ergibt sich aus verschiedenen Gründen eine Mischung aus beiden Vorgehensweisen.<a name="format"></a></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 class="wp-block-heading">Format</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Das Flächenformat bestimmt nicht nur die äußere Form, sondern auch den Charakter des Screen- und des Interfacedesigns. Weil das Quadrat das neutralste, das ausgeglichenste Format ist, wird es als harmonisch und beruhigend empfunden. Es tendiert aber in keine Richtung, weshalb es auch das langweiligste aller Formate ist. Das Querformat entspricht dem menschlichen Blickfeld und wirkt bereits deshalb so selbstverständlich und natürlich. Die Vertikale betont das Hochformat und wirkt dabei als das dynamischste Format, nicht zuletzt weil mit ihm die Höhe und somit Größe beschrieben wird.</p>
<p class="wp-block-paragraph">Flächenformate werden in der Regel in Proportionen angegeben. Bei Fernsehmonitoren sind es die Querformate 4:3 und 16:9, bei Computermonitoren ist es das Querformat 4:3 und bei mobilen Geräten in der Regel das Hochformat 3:2. Mobiltelefone mit geringen Zusatzfunktionen besitzen oft ein Display in quadratisches Format. Da die 8 stets gemeinsamer Teiler jeder Display- bzw. Monitorauflösung ist, kann bedingt durch die Darstellungstechnologie ein entsprechendes Proportionalverhältnis empfohlen werden (siehe bei <a href="#raster">›Raster‹</a> unter <a href="#submatrix">›Submatrix‹</a> in diesem Kapitel). Die wohl bekanntesten Flächenproportionsarten, die sich unabhängig von Darstellungstechnologien ergaben, sind die halbierende Aufteilung (z. B. DIN-Format beim Papier), der Goldene Schnitt, der im Verhältnis 1:1,618 bzw. 1:0,618 teilt, und die Aufteilung nach den Fibonacci-Zahlenfolgen. Eine Fibonacci-Folge hat die Eigenschaft, dass jede Zahl Summe der beiden vorhergehenden Zahlen ist. Dabei ist festgelegt, dass die Zahlenfolge mit 0 beginnt. Daraus ergibt sich die folgende Zahlenreihe: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34 &#8230;</p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">0 + 1 = 1<br />1 + 1 = 2<br />1 + 2 = 3<br />2 + 3 = 5<br />3 + 5 = 8<br />5 + 8 = 13<br />8 + 13 = 21<br />13 + 21 = 34<br />21 + 34 = 55<br />34 + 55 = 89<br />&#8230;</p>
</blockquote>
<div style="height:62px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph">Die Bezeichnung dieser Zahlenfolge stammt von seinem Erfinder, dem Mathematiker Leonardo Fibonacci (eigentlich Leonardo von Pisa, 1170 – 1250). Sie wurde das erste Mal im Jahre 1202 erwähnt. Die Zahlenfolge ist überraschenderweise häufig in der Natur zu finden, so z. B. bei Spiralmustern, bei denen die Anzahl der Spiralen den Fibonacci-Zahlen entspricht. Außerdem ist eine Nähe zum Goldenen Schnitt festzustellen. Werden die Verhältnisse der aufeinander folgenden Zahlen aus der Fibonacci-Zahlenfolge ermittelt, ergibt sich annähernd der Verhältniswert des Goldenen Schnitts (1:1,618), je höher die Zahlenwerte werden.</p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Verhältnis der Fibonacci-Zahlen zueinander:<br />0 : 1 = 0<br />1 : 1 = 1<br />2 : 1 = 2<br />3 : 2 = 1,5<br />5 : 3 = 1,66667<br />8 : 6 = 1,6<br />13 : 8 = 1,625<br />21 : 13 = 1,61538<br />34 : 21 = 1,61538<br />&#8230;<br />987 : 610 = 1,6180327<br />&#8230;</p>
</blockquote>
<div style="height:56px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt mehrere Wege, den Goldenen Schnitt geometrisch zu bilden. Die beiden anschaulichsten sind zum einen die Bildung aus der Seitenlänge eines Quadrates im Verhältnis zu jener Länge, die sich aus der Addition der Diagonalen im halbierten Quadrat mit der Hälfte einer Seitenlänge dieses Quadrates ergibt. Zum anderen wird der Goldene Schnitt ebenso bei der Teilung einer Strecke in zwei Abschnitte, wenn sich der kleinere Abschnitt zum größeren wie der größere zur gesamten Strecke verhält, gebildet. Der Goldene Schnitt findet Anwendung in der Architektur (z. B. Pyramide von Giseh, Parthenon in Rom, Dom in Florenz), in der Kunst (z. B. griechische Plastik des ›Apollon von Belvedere‹, Werke von Dürer, Leonardo da Vinci, Raffael) und er fällt in der Natur auf (z. B. bei Blattanordnungen, bei Verästelungen, bei den Verhältnissen von Körperteilen des Menschen zueinander). Es ist noch umstritten, ob die Ägypter beim Bau der Pyramiden nicht doch nach anderen geometrischen Prinzipien vorgingen. Auch wenn es als unwahrscheinlich erscheinen mag, dass sich in der Natur nur zufällig zahlreiche Beispiele zeigen, die in ihren Verhältnissen den Goldenen Schnitt erkennen lassen, sollte man die Messungen von Rudolf Engel-Hardt aus dem Jahr 1919 beachten, bei denen von 500 ›normalen‹ Eichenblättern nur 235 genau den Proportionen des Goldenen Schnittes entsprachen. Hier stellt sich zudem die Frage, ab wann und bis wann ein Eichenblatt ›normal‹ ist. Bei all diesen Messungen müssen subjektiv bewertete Tolleranzen akzeptiert werden, wodurch eine wissenschaftlich exakte Herangehensweise erschwert wird. Eine kritische Untersuchung von Martin Gardner bezüglich des goldenen Schnitts in ›The Cult of the Golden Ratio‹ (Prometheus Books, 1996, S. 90–96) lässt Zweifel aufkommen, ob der Goldene Schnitt tatsächlich, wie allgemein angenommen, auf ein angeborenes ästhetisches Empfinden zurückzuführen ist oder nicht doch nur das Ergebnis eines inzwischen tradierten Designverständnisses darstellt.</p>
<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="624" height="444" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/01halbierende-aufteilung-624x444.png" alt="Das DIN-Format ist wohl die bekannteste Form der halbierenden Aufteilung." class="wp-image-1354" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/01halbierende-aufteilung-624x444.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/01halbierende-aufteilung-624x444-600x427.png 600w" sizes="(max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Das DIN-Format ist wohl die bekannteste Form der halbierenden Aufteilung.</span></p>
<div style="height:91px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" width="624" height="489" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/02goldener-schnitt-624x489.png" alt="Der Goldene Schnitt teilt im Verhältnis 1 zu 1,618 bzw. 1 zu 0,618. Er ergibt sich ebenso bei der Teilung einer Strecke in zwei Abschnitte, wenn sich der kleinere Abschnitt zum größeren wie der größere zur gesamten Strecke verhält." class="wp-image-1355" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/02goldener-schnitt-624x489.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/02goldener-schnitt-624x489-600x470.png 600w" sizes="(max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Der Goldene Schnitt teilt im Verhältnis 1 zu 1,618 bzw. 1 zu 0,618. Er ergibt sich ebenso bei der<br />Teilung einer Strecke in zwei Abschnitte, wenn sich der kleinere Abschnitt zum größeren wie der<br />größere zur gesamten Strecke verhält.</span></p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="386" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/03fibonacci-spirale-624x386.png" alt="Eine Spirale, die sich aus der Fibonacci-Zahlenfolge ergibt." class="wp-image-1356" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/03fibonacci-spirale-624x386.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/03fibonacci-spirale-624x386-600x371.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Eine Spirale, die sich aus der Fibonacci-Zahlenfolge ergibt.</span></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="434" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/04submatrix-624x434.png" alt="Mit einer 8 × 8 Pixel Submatrix, die mit nur 1 × 1 Pixel kleinen Punkten im Abstand von jeweils 8 Pixel gebildet wird, lassen sich alle Display-Formate elektronischer Medien abbilden, da deren Abmessungen in Höhe und Breite stets durch 8 teilbar sind. Ausnahmen gibt es nur bei SXGA+ (1400 × 1050) und Wide SXGA+ (1680 x 1050)." class="wp-image-1357" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/04submatrix-624x434.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/04submatrix-624x434-600x417.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Mit einer 8 × 8 Pixel Submatrix, die mit nur 1 × 1 Pixel kleinen Punkten im Abstand von jeweils 8<br />Pixel gebildet wird, lassen sich alle Display-Formate elektronischer Medien abbilden, da deren<br />Abmessungen in Höhe und Breite stets durch 8 teilbar sind. Ausnahmen gibt es nur bei SXGA+<br />(1400 × 1050) und Wide SXGA+ (1680 x 1050). Dann folgen z.B. HD1080 mit 1920 × 1080; Super UXGA mit 2048 × 1536; 2K+ mit 2960 × 1440; 4K &#8211; Digital Cinema Initiatives mit 4096 × 2160; Full UHD, 8K mit 7680 × 4320 und Quad UHD, „16K“ mit 15360 × 8640 Pixel.</span></p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1134" height="647" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/8K_4K_2K_UHD_HD_SD-kl.png" alt="" class="wp-image-4434" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/8K_4K_2K_UHD_HD_SD-kl.png 1134w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/8K_4K_2K_UHD_HD_SD-kl-600x342.png 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/8K_4K_2K_UHD_HD_SD-kl-900x513.png 900w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/8K_4K_2K_UHD_HD_SD-kl-768x438.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1134px) 100vw, 1134px" /></figure>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Display-Formatgrößen sind auf Grund des horizontalen Gesichtsfelds horizontal ausgerichtet. Eine Ausnahme machen die Displays mobiler Geräte wie z. B. Mobiltelefon oder PDA. Dieses Hochformat ist wohl dem Umstand geschuldet, dass diese Geräte schmal und hochkant in die Hosentasche passen sollen. Bei vielen dieser Geräte lässt sich das Betrachtungsformat des Displays aber auch in ein Querformat umschalten.</p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="406" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/05browservergleich-624x406.png" alt="Firefox, Mac OS X (oben) – Safari, Mac OS X (unten)" class="wp-image-1358" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/05browservergleich-624x406.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/05browservergleich-624x406-600x390.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Firefox, Mac OS X (oben) &#8211; Safari, Mac OS X (unten)</span></p>
<p class="wp-block-paragraph">Neben den hardwarebedingten Vorgaben der Display-Formatgrößen sind auch <em>softwarebedingte Formatgrößen</em> zu beachten. So steht z. B. dem im Softwarefenster eines Internet-Browsers dargestellte Inhalt nur eine verkleinerte Fläche zur Verfügung, da die Buttonleiste, der Rahmen und der Scrollbalken der Browser-Software bereits Bereiche des Darstellungsmediums in Anspruch nehmen. Je nach Internet-Browser ist die für den Inhalt zur Verfügung stehende Flächengröße unterschiedlich. Außerdem decken je nach Voreinstellung bereits bestimmte Menü- bzw. Steuerbereiche des Betriebssystems einen Teil der zur Verfügung stehenden Fläche ab. Bei MacOSX kann es zusätzlich unten die Dock-Leiste sein und bei Windows die Start-Leiste. Im Extremfall kann sich dadurch die für den Inhalt einer Internetseite nutzbare bzw. unmittelbar sichtbare Fläche enorm verringern. Oft lässt sich der Inhalt aber auf Grund seiner Menge nicht auf ein für das Browserfenster kompatibles Format zusammenschrumpfen, weshalb für Internetseiten oft das Hochformat gewählt wird, durch das sich der Anwender nur per Scroll-Balken bewegen kann.</p>
<p class="wp-block-paragraph">Manchmal ist die für das Screen- bzw. Interfacedesign zur Verfügung stehende <em>hardwarebedingte Formatgröße</em> so klein, das es fast unmöglich scheint, eine ausgewogene Verteilung aller Bestandteile zu erreichen und deshalb Bedienelemente mit Doppelfunktionen ausgestattet oder auf verschiedenen Ebenen verteilt werden müssen. In diesen Fällen erscheint es bisweilen notwendig, Funktionen softwareseitig per Display nutzbar zu machen. Multifunktionale Fernbedienungen zeigen dies sehr deutlich. Siehe Marantz RC9500 Remote Control; Philips PHDVR8L Remote Control.<a name="raster"></a></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 class="wp-block-heading">Raster</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Ein Raster kann entscheidend dazu beitragen, dass die Gliederung von Flächen und die Größen und Positionierungen einzelner Elemente durchgehend konsistent sind. Insbesondere bei komplexen Produktionen mit einer hohen Funktionsvielfalt, die eine unüberschaubare Anzahl an Oberflächen, Seiten bzw. eine hohe Varianz an Funktionalitäten und Möglichkeiten zur Folge hat, ist es hilfreich, dank des Gestaltungslayouts einer einheitlichen Struktur folgen zu können. Ein Raster stellt nicht zwangsläufig eine Einschränkung dar und ist beim Endergebnis auch nicht zwangsläufig erkennbar. Mit einem Raster gewährleistet und behält man den Überblick und vereinfacht somit den Gestaltungsprozess, sowohl für das Screendesign als auch für das Interfacedesign (siehe Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/interfacedesign/">›Screendesign‹</a> und Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/interfacedesign/">›Interfacedesign‹</a>). Gerade bei der Gestaltung und der damit einhergehenden Strukturierung der funktionalen Elemente hilft das Raster, ein funktionales, nachvollziehbares Interface zu entwickeln.</p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="2176" height="1691" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26a-Print-Layout-Raster-beide.png" alt="" class="wp-image-4411" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26a-Print-Layout-Raster-beide.png 2176w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26a-Print-Layout-Raster-beide-600x466.png 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26a-Print-Layout-Raster-beide-900x699.png 900w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26a-Print-Layout-Raster-beide-768x597.png 768w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26a-Print-Layout-Raster-beide-1536x1194.png 1536w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26a-Print-Layout-Raster-beide-2048x1592.png 2048w" sizes="auto, (max-width: 2176px) 100vw, 2176px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Layoutraster für Druckerzeugnisse (Design: Greta Garle, Nina Ganth, Marco Witte; Betreuung:<br />Prof. Torsten Stapelkamp).</span></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1040" height="802" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26L-interactions-mit-8x8-Pixel-Raster.png" alt="" class="wp-image-4413" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26L-interactions-mit-8x8-Pixel-Raster.png 1040w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26L-interactions-mit-8x8-Pixel-Raster-600x463.png 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26L-interactions-mit-8x8-Pixel-Raster-900x694.png 900w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/26L-interactions-mit-8x8-Pixel-Raster-768x592.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1040px) 100vw, 1040px" /></figure>
<div style="height:48px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Da sich die Bildauflösung von Computermonitoren bzw. von Displays mobiler Geräte in der Regel<br />durch 8 teilen lässt, eignet sich für die Größe der Maschen in der Submatrix des Rasters der<br />Abstand von 8 Pixel besonders gut.</span></p>
<p class="wp-block-paragraph">Mit Hilfe einer 8 × 8 Pixel <em><a name="submatrix"></a>Submatrix</em>, die mit nur 1 × 1 Pixel kleinen Punkten im Abstand von jeweils 8 Pixel gebildet wird, lassen sich alle Elemente des Screen- und des Interfacedesign sehr präzise planen und platzieren. Je kleinmaschiger ein Raster ist, umso mehr Freiheiten bietet es einem, wobei auf der Submatrix für alle Bereiche und Elemente entsprechend geeignete gröbere Raster abgebildet werden können. Der Abstand von 8 Pixel bei der Submatrix eignet sich besonders, da sich die Bildauflösung von Computermonitoren bzw. von Displays mobiler Geräte (Mobiltelefon, PDA etc.) und aller anderen prozessorgesteuerten Geräte stets durch 8 teilen lässt. Auch für Fernsehgeräte hat man sich auf entsprechende Pixelmaße geeinigt. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Pixel am Computermonitor quadratisch und die am Fernseher in horizontaler Ausrichtung rechteckig sind, weshalb 720 Fernseh-Pixel in der Breite 768 Pixel am Computermonitor entsprechen.</p>
<p class="wp-block-paragraph">Die üblichen Displayformate sind:<br />Standard-Mobiltelefon: 96 × 96, 128 × 128 Pixel<br />Smartphone: 240 × 320; PDA: 320 × 480 Pixel<br />Computerdisplay: 800 × 600, 1024 × 768, 1280 × 960, 1440 × 900, 1680 × 1050 Pixel<br />Fernseher: 720 × 576 (PAL), 1280 × 720 (HDTV 720p), 1920 × 1080 (HDTV 1080i) Pixel</p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="469" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/10raster-videotext-624x469.png" alt="Das Raster für eine Videotextseite muss sich den besonderen Eigenschaften des Fernsehmonitors unterwerfen. Ein Teletext-Pixel ist nicht quadratisch, sondern besteht aus 3 × 2 Sub-Pixel. Die Darstellungsfläche einer Videotextseite ist in 24 Zeilen mit jeweils 40 Zellen eingeteilt. Videotext-Seiten werden mit einer Auflösung von 320 × 240 Pixel bei 38,1 dpi (15 Pixel/cm) angelegt. Eine Zelle hat dann die Ausmaße von 8 × 10 Pixel. Leiterin: Sabine Wahrmann; www.ard-text.de; Gestaltung: avero, Berlin; www.avero.de)." class="wp-image-1363" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/10raster-videotext-624x469.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/10raster-videotext-624x469-600x451.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<div style="height:53px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Das Raster für eine Videotextseite muss sich den besonderen Eigenschaften des Fernsehmonitors<br />nterwerfen. Ein Teletext-Pixel ist nicht quadratisch, sondern besteht aus 3 × 2 Sub-Pixel. Die<br />Darstellungsfläche einer Videotextseite ist in 24 Zeilen mit jeweils 40 Zellen eingeteilt. Videotext-<br />Seiten werden mit einer Auflösung von 320 × 240 Pixel bei 38,1 dpi (15 Pixel/cm) angelegt. Eine<br />Zelle hat dann die Ausmaße von 8 × 10 Pixel. Leiterin: Sabine Wahrmann; www.ard-text.de;<br />Gestaltung: avero, Berlin; www.avero.de).</span></p>
<p class="wp-block-paragraph"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4422" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/44b-Ars-Electronica-Raster.png" alt="" width="1063" height="1034" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/44b-Ars-Electronica-Raster.png 1063w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/44b-Ars-Electronica-Raster-600x584.png 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/44b-Ars-Electronica-Raster-900x875.png 900w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/44b-Ars-Electronica-Raster-768x747.png 768w" sizes="auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px" />&nbsp; <span class="smaller">www.aec.at</span></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 class="wp-block-heading">Das 960-Pixel-System</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Da es nicht darum gehen sollte, möglichst viel Fläche im Browser zu füllen, sondern die vorhandene Fläche möglichst sinnvoll zu nutzen, muss im Zusammenhang mit softwarebedingten Formatgrößen unbedingt das 960-Pixel-System erwähnt werden. Danach wird die maximale Breite von 960 Pixel für ein Webdesign empfohlen, da sich diese Breite gut durch viele Zahlenwerte (3, 4, 5, 6, 8, 10, 12, 15, 16, 20, 24 …) teilen und somit für viele unterschiedliche Spaltenlayouts nutzen lässt: http://960.gs/demo.html Im Gegensatz zur Bezeichnung Layoutraster, die bei Printdateien üblich ist, spricht man bei der Gestaltung von Internetseiten von Layout-Frameworks. Diese lassen sich zudem in Grid-Frameworks und CSS-Frameworks unterteilen. Grid-Frameworks sind direkt mit den Layoutrastern im Printbereich zu vergleichen, da sie mit der gleichen Absicht für Struktur und differenzierte Unterteilung sorgen und im Aufbau in der Regel unverändert bleiben. Neben dem 960 Grid System von Nathan Smith sind da noch das 24-Spalten-Grid Blueprint CSS (www.blueprintcss.org), das Reset-Stylesheet von Eric Meyer (http://meyerweb.com/eric/thoughts/2007/05/01/reset-reloaded) und das YUI Grid von Yahoo erwähnenswert.<br />Das YUI Grid (http://developer.yahoo.com/yui/grids) stellt hier die Ausnahme dar, da es nicht ausschließlich fix ist, sondern auch dynamische Layouts ermöglicht, indem es neben den drei festen Breiten von 750, 950 und 974 Pixel auch einen skalierbaren Prozentwert für die Gesamtbreite vorsieht. Darüber hinaus bietet aber auch das YUI Grid keine weiteren dynamischen Funktionalitäten.</p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="1955" height="2228" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/960-Pixel-System.png" alt="" class="wp-image-4430" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/960-Pixel-System.png 1955w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/960-Pixel-System-600x684.png 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/960-Pixel-System-768x875.png 768w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/960-Pixel-System-1348x1536.png 1348w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/960-Pixel-System-1797x2048.png 1797w" sizes="auto, (max-width: 1955px) 100vw, 1955px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">12-Spalten-Raster (Variante nach dem 960 Grid System von Nathan Smith).</span></p>
<p class="wp-block-paragraph"><a name="komposition"></a></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 class="wp-block-heading">Komposition</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Je nach Produkt, Produkttyp und Produktabsicht ist zu klären, welche inhaltlichen und funktionalen Bestandteile im Layout wo positioniert werden und welche Bedeutung, Funktion, Größe und Anzahl sie jeweils haben.</p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="139" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/16komposition-624x139.png" alt="Komposition" class="wp-image-1369" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/16komposition-624x139.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/16komposition-624x139-600x134.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Komposition</span></p>
<p class="wp-block-paragraph">Mit Hilfe eines <em>Funktionslayouts</em> erfolgt die detaillierte Darstellung der Funktionen eines Produktes und die Visualisierung aller einzelnen Funktionselemente. Auch gerne ›Papier-Klickmodell‹ oder ›Papier-Prototyp‹ genannt, dient es der Evaluierung der Funktionen und deren Abläufen und kann bereits mit einfachen Mitteln prototypisch visualisiert werden. Ein solches Funktionslayout ermöglicht die Visualisierung und die Bestimmung der Positionen aller funktionalen Aspekte, ohne dass man sich bereits im Vorfeld für eine bestimmte Gestaltung festlegen müsste. Dies ändert selbstverständlich nichts daran, dass die Entscheidungen, die mit einem Funktionslayout erprobt bzw. gefällt werden, nicht bereits Bestandteil des Gestaltungsprozesses sind (siehe unter <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/funktionslayout/">›Funktionslayout‹</a> im Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/orientierung/">›Orientierung gestalten, planen und strukturieren‹</a>).</p>
<p class="wp-block-paragraph">Mit dem <em>Gestaltungslayout</em> werden die gestalterischen Aspekte erprobt und letztendlich festgelegt. Die durch das Funktionslayouts ermittelten Erkenntnisse, Bedingungen, Möglichkeiten und eventuellen Einschränkungen fließen in die Erstellung des Gestaltungslayouts mit ein. Auch wenn die Grenzen zwischen Gestaltungslayout und Funktionslayout bisweilen fließend sind, steht dennoch die Reihenfolge fest. Bevor mit der Gestaltung der formalen und semantischen Punkte begonnen wird, müssen die funktionalen Aspekte geklärt sein, um sicherzustellen, unter welchen Möglichkeiten, Vorgaben oder gar Einschränkungen entwickelt und gestaltet wird. Hier geht es nicht darum, den technischen Vorgaben sklavisch zu folgen. Auch hier gilt, dass eine Idee mehr zählt, als tausend Features, und dass man die technologischen Aspekte nicht deswegen abklären sollte, um in Abhängigkeit subjektiver Erkenntnisse eingeschränkt zu gestalten. Das Funktionslayout schafft allerdings Klarheit und kann helfen, aus den dadurch selbst gewonnenen Erkenntnissen neue, eigene Ideen in Bezug auf Gestaltung und Konzept abzuleiten. Ein Funktionslayout wird gerade dann immer wichtiger, je komplexer das Produkt und der Umgang mit ihm ist. So ist bereits mit dem Funktionslayout ein erster Usabilitytest möglich, um zu erproben, ob Funktionsabläufe vom Anwender erkannt werden und ob die jeweiligen Abhängigkeiten voneinander überhaupt sinnvoll sind (siehe auch Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/usability/">›Usability‹</a>). Fehlende Kenntnisse über Usabilitytests bzw. die Befürchtung, keine Zeit oder kein Budget für Tests zu haben, führt häufig zu standardisierten Layouts. Gerade beim Layout von Internetseiten besteht die Gefahr, sich in vermeintlichen Standards zu verlieren, die die Positionierung der Bestandteile festgelegt zu haben scheinen: Logo oben links, Titel oben Mitte, Hauptmenü oben quer, Untermenüverzeichnis tabellarisch links, Inhalt rechts mittig neben Untermenüverzeichnis, rechtliche Hinweise und AGB unten. Auch für Terminals (Multimediale Kiosksysteme, POS, POI, interaktive Infopoints etc.) werden häufig diese klassischen Gliederungsstrukturen unreflektiert angewandt, in der Annahme, Erfahrungen aus dem Gebrauch von Internetangeboten ungeprüft nutzen und unverändert übernehmen zu können. Dass man sich an diese Form der Komposition und der Strukturierung gewöhnt zu haben scheint, ist allerdings noch kein Indiz dafür, dass sie grundsätzlich geeignet ist. Solche Kompositionen und Strukturierungen ergaben sich schließlich nicht aus einer Evaluierung, sondern unter anderem aus dem Umstand, dass im westlichen Kulturkreis von links nach rechts gelesen wird und dass auch bei kleinen Browserfenstern zumindest das Firmenlogo und der wesentliche Teil des Menüs respektive die Navigation zu sehen sein sollte. Dies sind keine ausreichenden Kriterien für eine gelungene Usability und schon gar nicht für eine gute Gestaltung.</p>
<p class="wp-block-paragraph">Im Allgemeinen haben sich allerdings tatsächlich viele Anwender an die oben beschriebene Gliederung gewöhnt, obwohl der optische Eindruck dieser geradezu standardisierten Layouts nicht selten langweilig erscheint, wenn auch zumindest die Orientierung in den Bedienelementen schnell erfolgen kann. Dies mag auch der Grund dafür sein, weshalb die Layouts von Terminals nicht selten denen von Internetseiten sehr ähneln. In beiden Fällen spielt eine möglichst schnelle Orientierung eine wesentliche Rolle (siehe Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/orientierung/">›Orientierung gestalten, planen und strukturieren‹</a>). Ob damit auch gleichzeitig eine schnelle und vor allem sinnstiftende oder gar nachhaltige Informationsbeschaffung verbunden ist, sei dahingestellt. Bei anderen digitalen Medienproduktion, wie z. B. bei der CD-ROM oder der interaktiven DVD haben sich bisher keine vergleichbaren etablierten Standards entwickelt. Dass man sich mit den Inhalten und somit auch mit der Gestaltung dieser interaktiven Produkte intensiver beschäftigt, mag ein nicht unwesentlicher Grund dafür sein. Es scheint grundsätzlich so zu sein, dass die Gestaltung und Gliederung von Layouts im gleichen Verhältnis freier werden und von Standards abweichen können, je mehr es darum geht, der Komplexität eines Inhalts gerecht zu werden, ihn zu gliedern und zu gestalten. Je vielschichtiger die Inhalte und ihre Zusammenhänge sind und je mehr die Vermittlung von Information nachhaltig sein soll, desto mehr wird gestalterischer Spielraum geboten und auch erwartet. Der damit verbundene Aufwand ist immer dann gerechtfertigt und auch wünschenswert, wenn das Produkt nicht nur zur kurzen Informationsbeschaffung dient. Bei mobilen Geräten (Mobiltelefon, PDA etc.) ergibt sich die Gliederung des Gestaltungslayouts zwangsläufig aus der geringen Größe des Displays. Die Fläche ist so klein, dass sich die Gliederungsmöglichkeiten beinahe mit ›oben – unten‹ bzw. ›links – rechts‹ erschöpfen. Bei Hardware-Produkten beschränkt sich das Gestaltungslayout der Bedienoberfläche nicht selten auf die Anordnung von Schaltern mit Icons oder Ziffern und deren Positionierung. Diese Bedienelemente sind nach ihrer Funktion gruppiert und angeordnet. Und deren hierarchische Bedeutung wird in der Regel durch Farbe und/oder Größe der jeweiligen Elemente verdeutlicht. Die Gliederung ergibt sich dabei nicht selten aus der formalen Gestalt des Hardwareprodukts, aus der Gruppierung von Funktionseinheiten, der Benutzungsreihenfolge am Produkt bzw. gerätebedingten Abläufen oder einfach nur aus der Bedeutung der einzelnen Bedienelemente. So ist z. B. bei einem Autoradio der Lautstärkeregler, mit dem in der Regel zugleich das Gerät ein- und ausgeschaltet werden kann, der Fahrerseite zugewandt und ist bedingt durch seine Bedeutung gegenüber allen anderen Bedienelementen entsprechend groß und auffällig gestaltet (siehe auch <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/funktionslayout/">›Funktionslayout‹</a> im Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/orientierung/">›Orientierung gestalten, planen und strukturieren‹</a>). Dies zeigt, dass Kompositionen zumindest bei Gebrauchsgegenständen nicht nur nach rein gestalterischen, sondern im Einklang mit funktionalen Aspekten erstellt werden, was aber nicht im Widerspruch dazu steht, in der Komposition auch die Proportionen zu berücksichtigen.<a name="leserichtung"></a></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 class="wp-block-heading">Leserichtung</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Je nach Einteilung einer Fläche kann die Aufmerksamkeit des Betrachters entsprechend gelenkt werden. Der Gestalter kann sich aber nur bei bestimmten textbasierten Medien sicher sein, dass die von ihm beabsichtigte, <em>vorgegebene Leserichtung</em> vom Leser tatsächlich befolgt wird. Leserichtung und Aufmerksamkeitssteuerung lassen sich insbesondere bei bildbezogenen Medien nur sehr bedingt lenken und vorausbestimmen. Es sei denn, man gestaltet z. B. mit starken Kontrasten oder nimmt eine sehr statische, wenig belebend wirkende Gestaltung in Kauf. Wenn neben der reinen Bereitstellung von Information auch eine gewisse Unterhaltung und Freude an Gestaltung und ein Dialog zwischen Leser/Anwender und Medium vermittelt werden sollen, wird in der Regel sowohl bei analogen, als auch bei digitalen Medien eine <em>dynamische Komposition</em> angewandt, bei der bewusst verschiedenartige Leserichtungen und -arten wie z. B. Fotoreading, Querlesen, Sprünge etc. möglich sind, wobei ein lineares, strukturiertes Erfassen der Inhalte dabei nicht ausgeschlossen sein muss. Bisweilen ergibt sich ein Layout mit uneingeschränkter Leserichtung auch bereits aus dem Entstehungsprozess seiner Inhalte. Das Seitenlayout des Talmud z. B. besteht in der Mitte aus der Mischna und die Gemara, die mündliche Tora, jener Teil der Offenbarung, den Moses gleichfalls am Berg Sinai von Gott erhalten hat. Umgeben ist dieser Teil des Talmuds von Kommentaren und Analysen, die im interaktiven Dialog unter jüdischen Gelehrten entstanden. Beide Teile verweisen auf einander und regen so eine nonlineare Navigation durch die Schriften an (siehe auch unter <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/navigation/">›Navigationsformen‹</a> im Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/navigation/">›Navigation‹</a>).</p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="446" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/20leserichtung-624x446.png" alt="Dieses Beispiel zeigt sowohl eine vorgegebene Leserichtung (grüne Pfeile), als auch eine uneingeschränkte Leserichtung bzw. nonlineare Navigation durch die Inhalte (rote Pfeile). Aus ›Eckstein_neu gelesen. Studienbrief 12: Das Bauhaus. Vom Bauhaus zur hochschule für gestaltung in Ulm‹. Ein Projekt im Fach Typografie bei Prof. Gerd Fleischmann, 2002–2003. Konzeption, Recherche, Text, Gestaltung und Produktion: Sami Beese, Katarzyna Grzybowska, Jan-Frederic Meier, Martin Mellen, Ludmilla Stein und Tobias Stracke nach einem Rahmenlayout von Petra Breuer." class="wp-image-1374" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/20leserichtung-624x446.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/20leserichtung-624x446-600x429.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Dieses Beispiel zeigt sowohl eine vorgegebene Leserichtung (grüne Pfeile), als auch eine<br />uneingeschränkte Leserichtung bzw. nonlineare Navigation durch die Inhalte (rote Pfeile). Aus<br />›Eckstein_neu gelesen. Studienbrief 12: Das Bauhaus. Vom Bauhaus zur hochschule für gestaltung<br />in Ulm‹. Ein Projekt im Fach Typografie bei Prof. Gerd Fleischmann, 2002–2003. Konzeption,<br />Recherche, Text, Gestaltung und Produktion: Sami Beese, Katarzyna Grzybowska, Jan-Frederic<br />Meier, Martin Mellen, Ludmilla Stein und Tobias Stracke nach einem Rahmenlayout von Petra Breuer.</span></p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="347" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/21leserichtung-doppelseite-624x347.png" alt="Die Leserichtung wird für die Doppelseite bereits durch die angedeutete Bewegungsdynamik von links nach rechts vorgegeben (›Eines Nachts‹; Comic-Buch und interaktive DVD; Diplomarbeit von Israfil Ceylan; Betreuung; Torsten Stapelkamp)." class="wp-image-1375" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/21leserichtung-doppelseite-624x347.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/21leserichtung-doppelseite-624x347-600x334.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Die Leserichtung wird für die Doppelseite bereits durch die angedeutete Bewegungsdynamik von<br />links nach rechts vorgegeben (›Eines Nachts‹; Comic-Buch und interaktive DVD; Diplomarbeit von<br />Israfil Ceylan; Betreuung; Torsten Stapelkamp).</span></p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="438" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/22erzwungene-leserichtung-624x438.png" alt="Trotz der Anordnung in Rahmen und Kästen entsteht nicht der Eindruck einer erzwungenen Leserichtung. Unterstützt durch die unterschiedlichen Größen der Rahmen und bedingt durch den skizzenhaften Zeichenstil fühlt der Leser sich frei in der Wahl der Leserichtung (Vorskizzen zu ›Eines Nachts‹)." class="wp-image-1376" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/22erzwungene-leserichtung-624x438.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/22erzwungene-leserichtung-624x438-600x421.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Trotz der Anordnung in Rahmen und Kästen entsteht nicht der Eindruck einer erzwungenen<br />Leserichtung. Unterstützt durch die unterschiedlichen Größen der Rahmen und bedingt durch den<br />skizzenhaften Zeichenstil fühlt der Leser sich frei in der Wahl der Leserichtung (Vorskizzen zu<br />›Eines&nbsp;Nachts‹).</span></p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="549" height="624" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/23gewohnte-leserichtung-549x624.png" alt="Durch den Text und bedingt durch die Betonung der Horizontalen wird eine gewohnte Leserichtung von links nach rechts angeboten. Dennoch ist die Leserichtung frei. Einerseits wird sie geführt, andererseits ist hier eine bestimmte Leserichtung weder erforderlich, noch wird sie aufgedrängt." class="wp-image-1377"/></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Durch den Text und bedingt durch die Betonung der Horizontalen wird eine gewohnte<br />Leserichtung von links nach rechts angeboten. Dennoch ist die Leserichtung frei.<br />Einerseits wird sie geführt, andererseits ist hier eine bestimmte Leserichtung weder<br />erforderlich, noch wird sie aufgedrängt.</span></p>
<p class="wp-block-paragraph">Mit der HeatMap macht man sichtbar, wo der Websitebesucher seine Computermaus hinführte, wie lange er an einer Stelle verblieb und wie oft er geklickt hat. Mit dieser Methode lassen sich auch A/B-Tests durchführen, um z.B. verschiedene Landingpages oder Formulare gegeneinander antreten zu lassen, damit am Ende nur noch die erfolgreiche Version eingesetzt wird.</p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="902" height="616" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/hotjar-com-.jpg" alt="" class="wp-image-4420" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/hotjar-com-.jpg 902w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/hotjar-com--600x410.jpg 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/hotjar-com--900x615.jpg 900w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/hotjar-com--768x524.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 902px) 100vw, 902px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Leseverhalten von Online-Lesern (www.hotjar-com).</span></p>
<div style="height:107px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph">Marion Lewenstein, Professorin an der Stanford University, und Forscher des ›The Poynter Institute‹, ermittelten bereits in einer Studie von 1998/1999 mit einem Eyetracking-System, dass sich das Rezeptionsverhalten von Online-Lesern gegenüber Zeitungslesern dadurch unterscheidet, dass sich die Augen der Online-Leser zuerst auf Zusammenfassungen oder Untertitel richten und sich den Fotos und Graphiken oft erst dann zuwenden, wenn sie sich nach der Lektüre des Volltextes zurück zur Übersichtsseite begeben. Von Zeitungslesern ist bekannt, dass sie im Gegensatz dazu genau umgekehrt zuerst die Bilder betrachten, dann die fettgedruckten Überschriften und sich erst danach dem Text zuwenden.</p>
<p class="wp-block-paragraph">Im Bereich der Druckerzeugnisse sind Comics jene Medien, bei denen eine <em>uneingeschränkte Leserichtung</em> ein nicht unwesentlicher Bestandteil dieser Erzählform ist. Bei Medien, deren Inhalte über Monitore dargestellt werden, wäre es bereits wegen des Konsumverhaltens unangebracht, eine bestimmte Leserichtung vorzugeben. Insbesondere Internetseiten werden als flüchtiges Medium betrachtet, deren Inhalte man möglichst mit wenigen Blicken erfassen können möchte. Schon auf Grund der geringen Auflösung wird am Monitor nicht viel und schon gar nicht aufmerksam gelesen. Eine freie Aufteilung der Fläche ist deswegen aber nicht zwangsläufig Ausdruck fehlender Struktur. Durch die Aufteilung einer Fläche lassen sich Bereichen bzw. Elementen unterschiedliche Bedeutungen zuweisen und somit auch die Leserichtung und Fokussierung steuern. Position, Größe, Helligkeit und Farbe bestimmen im Wesentlichen die Aufmerksamkeit.</p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="444" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/25text-bild-bausteine-624x444.png" alt="ei Druckerzeugnissen werden erst die Bilder, die durch Schriftstil bzw. Farbe ausgezeichneten Textelemente, wie z. B. Überschriften, und erst dann die Textblöcke betrachtet (›Eckstein_neu gelesen. Studienbrief 12: Das Bauhaus. Vom Bauhaus zur hochschule für gestaltung in Ulm‹)." class="wp-image-1379" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/25text-bild-bausteine-624x444.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/25text-bild-bausteine-624x444-600x427.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<div style="height:90px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Bei Druckerzeugnissen werden erst die Bilder, die durch Schriftstil bzw. Farbe ausgezeichneten<br />Textelemente, wie z. B. Überschriften, und erst dann die Textblöcke betrachtet (›Eckstein_neu<br />gelesen. Studienbrief 12: Das Bauhaus. Vom Bauhaus zur hochschule für gestaltung in Ulm‹).</span></p>
<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Proportionsverhältnisse</em> dieser einzelnen Bereiche und Elemente zueinander beeinflussen die Wirkung einer Komposition und haben Einfluss auf die Wahrnehmung und die Interpretation der dargestellten Inhalte. Da kein Element isoliert wahrgenommen wird, sondern stets in Beziehung zum Umfeld, ist die Verteilung, Anordnung und Größe aller Elemente und somit auch deren proportionalen Verhältnisse zueinander Teil der Gestaltung (siehe <a href="#format">›Format‹</a> und <a href="#konstruktionsorgel">›Konstruktionsorgel‹</a> in diesem Kapitel und das Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/wahrnehmung/">›Wahrnehmung‹</a>). Je nach Aufteilung einer Fläche, der Größe der daraus resultierenden Parzellen, deren Farbe und deren Platzierung kann man die Bedeutung einzelner Bereiche bewusst steuern. Und je nach Verteilung der auf diesen Bereichen angeordneten Elemente können Zusammenhänge visualisiert bzw. ebenso Bedeutungsreihenfolgen dargestellt werden. Mit Elementen sind folgende Bestandteile gemeint: Logo, Symbole, Produktgrafik, Titel, Text im Inhaltsbereich, Bild im Inhaltsbereich, Text in Marginalspalte, Bild in Marginalspalte, Tabellen, Formulare, Werbebereich, rechtliche Hinweise, AGB, Hauptmenü bzw. Bedienfelder oder Schalter, Untermenüverzeichnis etc. (siehe Tabelle am Anfang von <a href="#komposition">›Komposition‹</a>). Die Proportionen der Bereiche und der Elemente untereinander aber auch zueinander dienen demnach nicht nur einer ausgewogenen Komposition, sondern sind wesentlicher Bestandteil der Kommunikation, die sich z. B. in Chaos, Struktur, Dynamik oder Überzeugungskraft ausdrücken kann.</p>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="426" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/26gliederung-layout-624x426.png" alt="Gliederung des Layouts von Druckerzeugnissen, hier exemplarisch an einem Briefbogenentwurf. Proportion, Verteilung und Farbe ermög lichen Bedeutungen zu definieren und Aufmerksamkeit zulenken (Teil der Diplomarbeit von Xinrui Song und Simon Wedekind; in Kooperation mit phæno die Experimentierlandschaft, Wolfsburg, www.phaeno.de; Betreuung: Torsten Stapelkamp)." class="wp-image-1380" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/26gliederung-layout-624x426.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/26gliederung-layout-624x426-600x410.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<div style="height:66px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Gliederung des Layouts von Druckerzeugnissen, hier exemplarisch an einem Briefbogenentwurf.<br />Proportion, Verteilung und Farbe ermög lichen Bedeutungen zu definieren und Aufmerksamkeit<br />zulenken (Teil der Diplomarbeit von Xinrui Song und Simon Wedekind; in Kooperation mit phæno<br />die&nbsp;Experimentierlandschaft, Wolfsburg, www.phaeno.de; Betreuung: Torsten Stapelkamp).</span></p>
<p class="wp-block-paragraph">Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen eResult GmbH ermittelte 2004 mittels einer mehrseitigen Online-Befragung mit 40 Untersuchungsfragen Positionierungs-Erwartungen bezüglich der Gliederung einer Internetseite. Es wurden über 500 erfahrene Internet-Nutzer befragt, in welchen Bereichen eines Layouts ihrer Ansicht nach zentrale Internetseiten-Elemente, wie z. B. Sucheingabefeld, Kontakt-Link, Home-Button, Link zu einer Sitemap, Navigationsleiste etc. platziert sein sollten. Den Untersuchungsteilnehmern wurde eine inhaltslose Internetseite präsentiert, die in 25 nummerierte, gleichgroße Felder unterteilt war. Durch Nennung einer (bzw. mehrerer) Feldnummer(n) konnten die Untersuchungsteilnehmer die betreff enden Elemente der Internetseiten positionieren und somit ihre Platzierungserwartungen definieren. Ein Element konnte mehreren Feldern zugeordnet werden, wobei die meisten Elemente den Umfang von einem Feld hatten. Es erstreckten sich nur wenige Elemente über zwei bis drei Felder (z. B. Navigationsleiste, Werbung).</p>
<p class="wp-block-paragraph">Die befragten Internet-Nutzer wurden in drei Gruppen eingeteilt:</p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Fortgeschrittener Anfänger (Webnutzung in Jahren: 1 bis &lt; 3)</li>
<li>Fortgeschrittener (Webnutzung in Jahren: 3 bis 5)</li>
<li>Experte (Webnutzung in Jahren: &gt; 5).</li>
</ul>
<figure class="wp-block-image"><img loading="lazy" decoding="async" width="624" height="562" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/27positionierungserwartungen-624x562.png" alt="Positionierungserwartungen bezüglich der Gliederung einer Internetseite; ermittelt durch die eResult GmbH im Jahr 2004 (www.eresult.de)." class="wp-image-1381" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/27positionierungserwartungen-624x562.png 624w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/27positionierungserwartungen-624x562-600x540.png 600w" sizes="auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph"><span class="smaller">Positionierungserwartungen bezüglich der Gliederung einer Internetseite; ermittelt durch die eResult<br />GmbH im Jahr 2004 (www.eresult.de).</span></p>
<div style="height:57px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="wp-block-paragraph">Da sich auch die Zyklen der Kompetenzunterschiede zunehmend verkürzen, sind solche Untersuchungsergebnisse ständigen Änderungen unterworfen. Bei den Untersuchungen in den Jahren 2004 zeigte sich, dass sich bereits nach einem Jahr signifikante Unterschiede in den Erwartungen ergaben. In der vermutlich Ende 2006 erscheinenden aktuellen Untersuchung werden sicher weitere Veränderungen festzustellen sein.<a name="gliederung"></a></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 class="wp-block-heading">Gliederung des Layouts</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Eine Komposition ist gleichbedeutend mit der Gliederung eines Layouts. Je nach Aufteilung einer Fläche, der Größe der daraus resultierenden Parzellen, deren Farbe und deren Platzierung kann man die Bedeutung einzelner Bereiche bewusst steuern. Und je nach Verteilung der auf diesen Bereichen angeordneten Elemente können Zusammenhänge visualisiert bzw. ebenso Bedeutungsreihenfolgen dargestellt werden. Mit Elementen sind folgende Bestandteile gemeint: Logo, Symbole, Produktgrafik, Titel, Text im Inhaltsbereich, Bild im Inhaltsbereich, Text in Marginalspalte, Bild in Marginalspalte, Tabellen, Formulare, Werbebereich, rechtliche Hinweise, AGB, Hauptmenü bzw. Bedienfelder oder Schalter, Untermenüverzeichnis etc. (siehe Tabelle am Anfang von <a href="#komposition">›Komposition‹</a>). Die Proportionen der Bereiche und der Elemente untereinander aber auch zueinander dienen demnach nicht nur einer ausgewogenen Komposition, sondern sind wesentlicher Bestandteil der Kommunikation, die sich z. B. in Chaos, Struktur, Dynamik oder Überzeugungskraft ausdrücken kann.</p>
<div style="height:0px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#f6f6f6">Wenn Du gleich <strong>Dein profitables Online Business aufbauen</strong> möchtest&#8230; </p>
<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#f6f6f6"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0);color:#283583" class="has-inline-color"><strong>Hol dir den Starter-Fahrplan und erfahre</strong>:</mark></p>
<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#f6f6f6">✓ Wie Du Deine Marktnische findest<br />✓ Wie Du ein Kurs-Thema findest, das Deine Kunden lieben<br />✓ Wie Du Deine eigenen Potenziale erkennst<br />✓ Wie Du Dein profitables Online-Kurs-Thema findest<br />✓ 5 Wege, um das Markt-Potenzial Deines Themas zu prüfen</p>
<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#f6f6f6">Hole Dir Dein<strong> kostenloses Starter-Kit</strong> (25-seitiges PDF): <br />Design Dein Leben &amp; Business mit Online Kurse erstellen.</p>
<div style="height:27px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<div class="wp-block-buttons is-horizontal is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-7d812b4c wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-50 has-custom-font-size is-style-fill" style="font-size:22px"><a class="wp-block-button__link has-background wp-element-button" href="https://www.torstenstapelkamp.de/nische-finden-online-business-aufbauen-online-kurs-erstellen/" style="background-color:#283583" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Hol Dir Dein Starter-Kit</strong></a></div>
</div>
<div style="height:36px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="900" height="472" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl-900x472.jpg" alt="" class="wp-image-10404" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl-900x472.jpg 900w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl-600x315.jpg 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl-768x403.jpg 768w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2022/02/01-Starter-Fahrplan-–-Profitabler-Online-Kurs-kl.jpg 1024w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#f3f6f8">Der Austausch mit Gleichgesinnten hilft in jedem Fall.</p>
<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#f3f6f8"><strong>Komme gerne in unsere Facebook-Gruppe</strong> <a href="https://www.facebook.com/groups/1445489612201579"><strong>Life &amp; Business Design Community</strong></a>.</p>
<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#f3f6f8">In der Life &amp; Business Design &#8211; Facebook-Gruppe findest Du Gleichgesinnte, mit denen Du Dich in einer gesicherten Umgebung über den Aufbau Deines&nbsp;Online Business und über Online Kurse erstellen austauschen kannst.</p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/Facebook-Icon-kl.jpg" alt="Facebook-Icon" class="wp-image-7091" width="38" height="38" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/Facebook-Icon-kl.jpg 150w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/Facebook-Icon-kl-140x140.jpg 140w" sizes="auto, (max-width: 38px) 100vw, 38px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph">Schließe Dich unserer <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/groups/1445489612201579/" target="_blank"><strong>Facebook-Gruppe</strong> an: </a><br /><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.facebook.com/groups/1445489612201579/" target="_blank"><strong>„Erfolgreich &#8211; mit Methode und Selbstorganisation &#8211; Life &amp; Business Design“</strong></a></p>
<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/Instagram-Icon-kl.jpg" alt="Instagram-Icon" class="wp-image-7090" width="38" height="38" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/Instagram-Icon-kl.jpg 150w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/Instagram-Icon-kl-140x140.jpg 140w" sizes="auto, (max-width: 38px) 100vw, 38px" /></figure>
<p class="wp-block-paragraph">Folge mir auf <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.instagram.com/life.business.design/" target="_blank"><strong>Instagram</strong> @life.business.design</a></p>
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<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interface als Metapher – Inspiration für Benutzerschnittstellen – UX – UI</title>
		<link>https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[torsten]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Oct 2017 19:12:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Design Basics]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagen Gestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Icon - Metapher]]></category>
		<category><![CDATA[Interaction-/Interfacedesign]]></category>
		<category><![CDATA[Interfacedesign]]></category>
		<category><![CDATA[Layout]]></category>
		<category><![CDATA[Metapher]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://designismakingsense.de/?p=1688</guid>

					<description><![CDATA[Interfaces sind Metaphern, weil sie Komplexität in verständliche Strukturen übersetzen und damit Bedeutung erzeugen. Vom Kathedralraum über Stadtplanung und Karten bis zur Hand als Gedächtnis- und Dialogoberfläche zeigen Deine Beispiele: Interfacedesign ist Kulturtechnik, nicht nur Usability. Wenn Du Interfacedesign nicht nur als Bedienlogik, sondern als Dialog- und Bedeutungsform verstehst, verändern sich auch Deine Kriterien: Topografie, &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/" class="more-link">Continue reading<span class="screen-reader-text"> "Interface als Metapher – Inspiration für Benutzerschnittstellen – UX – UI"</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p data-start="14421" data-end="14754">Interfaces sind Metaphern, weil sie Komplexität in verständliche Strukturen übersetzen und damit Bedeutung erzeugen. Vom Kathedralraum über Stadtplanung und Karten bis zur Hand als Gedächtnis- und Dialogoberfläche zeigen Deine Beispiele: Interfacedesign ist Kulturtechnik, nicht nur Usability.</p>
<p data-start="14806" data-end="15127">Wenn Du Interfacedesign nicht nur als Bedienlogik, sondern als Dialog- und Bedeutungsform verstehst, verändern sich auch Deine Kriterien: Topografie, Erwartung, Orientierung, emotionale Wirkung und Autonomie gehören dann genauso zur Bewertung wie klassische Benutzerfreundlichkeit.</p>
<p data-start="14806" data-end="15127">Lese dazu auch <strong>„UX &amp; UI – User Experience Design – User Interface Design – Interfacedesign – Freelancer-Jobs“:</strong> <a href="https://www.torstenstapelkamp.de/ux-ui-user-experience-design-freelancer-jobs/">https://www.torstenstapelkamp.de/ux-ui-user-experience-design-freelancer-jobs/</a></p>
<p data-start="1360" data-end="1799">Jede Epoche bringt eine Kunst- und Ausdrucksform hervor, die zu ihren gesellschaftlichen Bedingungen passt. In Deinem Beitrag setzt Du genau hier an: So wie die Zentralperspektive in der Renaissance ein neues Menschenbild mitkonstruiert hat, wird Interfacedesign zum Dreh- und Angelpunkt der Gegenwart, weil wir über Interfaces Komplexität überhaupt erst wahrnehmbar, erträglich und handhabbar machen.</p>
<p data-start="1801" data-end="2243">Interfaces sind damit nicht nur „Bedienoberflächen“, sondern kulturelle Übersetzungsmaschinen: Sie reduzieren Informationsmengen, strukturieren Unübersichtliches und machen sichtbar, was ansonsten unsichtbar bleibt. Gleichzeitig zeigen sie uns drastisch die Grenzen unserer Wahrnehmung: Je mächtiger die technische Komplexität, desto stärker spürt man, wie sehr man auf gute Übersetzungen angewiesen ist.</p>
<h2 data-start="2322" data-end="2368">Was bedeutet „Interface als Metapher“?</h2>
<p data-start="2369" data-end="2800">In Deinem Artikel ist der Kern sehr klar: Ein Interface ist nicht „neu“, sondern nur die aktuellste Form eines alten Prinzips, Komplexität zugänglich zu machen. Der metaphorische Anteil entsteht dort, wo ein Interface nicht nur Funktionen anbietet, sondern ein Verständnis von Welt strukturiert: Es zeigt, was als wesentlich gilt, wie Dinge zusammenhängen und welche Handlungen plausibel sind.</p>
<p data-start="2802" data-end="3165">Du kritisierst dabei eine einseitige Brille: Interfacedesign werde zu oft ausschließlich unter Benutzerfreundlichkeit analysiert, statt als Ausdrucksform und (im weiten Sinn) als Kunstform verstanden zu werden. Genau dadurch gehen wichtige Aspekte verloren: Emotionalität, Sinnlichkeit, Erzählcharakter, kulturelle Bedeutung.</p>
<h2 data-start="3167" data-end="3238">Warum Interfacedesign ein Kulturthema ist und nicht nur Technik</h2>
<p data-start="3239" data-end="3623">Du stellst heraus: Mit Interfacedesign gehen Kunst und Technologie wieder eine Einheit ein. Und Du nennst einen Punkt, der für viele Leser sofort nachvollziehbar ist: Nicht erst digitale Produkte hatten „schlechte Interfaces“ – auch alltägliche Gebrauchsprodukte litten lange darunter, dass kundengerechte Benutzerschnittstellen ignoriert wurden.</p>
<p data-start="3625" data-end="3904">Aus dieser Perspektive wird der Gestalter zum Autor: Wer Interfacedesign kulturtheoretisch betrachtet, erweitert den Möglichkeitsraum – weg von rein funktionalem „Bedienen“, hin zu bewusst gestalteten Erlebnis-, Dialog- und Erzählstrukturen.</p>
<h2 data-start="3906" data-end="3999">Die gotische Kathedrale als Interface – und warum „Windows“ als Metapher so stark ist</h2>
<p data-start="4000" data-end="4599">Eines Deiner stärksten Bilder ist die Analogie zur Kathedrale: Die gotische Kathedrale wird als Lichtkunstwerk beschrieben, in dem Licht als Abbild Gottes und Universums gelesen werden konnte. Du überträgst das auf den heutigen Blick durch den Monitor: So wie Menschen im Kathedralenraum Orientierung und Verortung erlebten, scheint heute der Bildschirm ein Fenster zu sein, durch das wesentliche Anteile von Realität sichtbar und verstehbar werden. „Windows“ ist in Deiner Logik die passende Metapher, weil es genau diese Fenster-Funktion sprachlich fixiert.</p>
<p data-start="4601" data-end="4876">An der Stelle kannst Du (wenn Du willst) einen sehr kurzen Zusatzsatz einfügen, der den Transfer noch klarer macht, ohne Deinen Stil zu verändern:<br data-start="4747" data-end="4750" />„Die Metapher wirkt nicht nur sprachlich, sondern strukturell: Sie prägt, welche Handlungen im System als naheliegend gelten.“</p>
<h2 data-start="4878" data-end="4962">Stadtplanung, Romane, Karten – Interfaces existieren außerhalb des Computers</h2>
<p data-start="4963" data-end="5347">Du stützt Deine These mit einem zentralen Referenzpunkt: <span class="hover:entity-accent entity-underline inline cursor-pointer align-baseline"><span class="whitespace-normal">Steven Johnson</span></span> beschreibt in seinem Buch <span class="hover:entity-accent entity-underline inline cursor-pointer align-baseline"><span class="whitespace-normal">Interface Culture</span></span> verschiedene kulturelle Systeme als „Interfaces“, zum Beispiel die gotische Kathedrale als Interface zum christlichen Universum oder Stadtplanung als Interface sozialer Interaktion.</p>
<p data-start="5349" data-end="5564">Damit wird Deine Definition sehr praktisch: Interface bedeutet nicht nur „Bildschirm“. Interface bedeutet auch „kulturelle Struktur“, die Orientierung erzeugt, Komplexität sichtbar macht und Handlungsoptionen rahmt.</p>
<h2 data-start="5566" data-end="5651">Die Karte als Interface – Utopia als Beispiel für Orientierung plus Bedeutung</h2>
<p data-start="5652" data-end="6122">Du nimmst eine Karte aus <span class="hover:entity-accent entity-underline inline cursor-pointer align-baseline"><span class="whitespace-normal">Utopia</span></span> von <span class="hover:entity-accent entity-underline inline cursor-pointer align-baseline"><span class="whitespace-normal">Thomas Morus</span></span> als Beispiel: Eine Karte dient nicht nur der Orientierung, sondern enthält Icons und Metaphern, die Bedeutung transportieren (Bewohnbarkeit, Wehrhaftigkeit, Erreichbarkeit, Hafenfunktion). Damit „erklärt“ die Karte, wie die Insel genutzt werden kann – also Interface-Funktion im Sinn einer handlungsleitenden Darstellung.</p>
<p data-start="6124" data-end="6314">Der Mehrwert dieses Abschnitts ist stark, weil er eine präzise Design-Lehre impliziert: Gute Interfaces zeigen nicht nur „wo“, sondern auch „was das bedeutet“ und „was dadurch möglich wird“.</p>
<h2 data-start="6316" data-end="6384">Die Hand als Interface – Gedächtnis, Orientierung und Dialog</h2>
<p data-start="6385" data-end="6446">Ein roter Faden in Deinem Beitrag ist die Hand als Interface:</p>
<ol data-start="6448" data-end="7577">
<li data-start="6448" data-end="6709">
<p data-start="6451" data-end="6709"><strong data-start="6451" data-end="6480">Mnemotechnik und Struktur</strong><br data-start="6480" data-end="6483" />Du nennst die Guidonische Hand als Merkhilfe: Tonstufen werden Fingergliedern zugeordnet und machen Wissen körperlich verortbar. Das knüpft an <span class="hover:entity-accent entity-underline inline cursor-pointer align-baseline"><span class="whitespace-normal">Guido von Arezzo</span></span> an.</p>
</li>
<li data-start="6711" data-end="7132">
<p data-start="6714" data-end="7132"><strong data-start="6714" data-end="6767">„An fünf Fingern abzulesen“ als Interface-Prinzip</strong><br data-start="6767" data-end="6770" />Du führst über Predigten und Zähl-/Verweislogik weiter aus: Die Hand liefert eine greifbare Platzierung der Themen, also Orientierung durch Topografie. Dabei wird die Hand zum Zähl-, Verweis- und Erinnerungsinterface. Du verknüpfst das mit <span class="hover:entity-accent entity-underline inline cursor-pointer align-baseline"><span class="whitespace-normal">Berthold von Regensburg</span></span> und dem Motiv „an fünf Fingern abzulesen“.</p>
</li>
<li data-start="7134" data-end="7577">
<p data-start="7137" data-end="7577"><strong data-start="7137" data-end="7174">Berührung als Dialogform (Lormen)</strong><br data-start="7174" data-end="7177" />Mit <span class="hover:entity-accent entity-underline inline cursor-pointer align-baseline"><span class="whitespace-normal">Hieronymus Lorm</span></span> und der Lormen-Technik wird die Hand zur Bedien- und Dialogoberfläche, weil Buchstaben über definierte Berührungsmuster „geschrieben“ werden. <br data-start="7402" data-end="7405" />Das lässt sich als Interface-Prinzip verdichten: Ein Interface ist dann überzeugend, wenn es Regeln und Topografie so stabil macht, dass Kommunikation verlässlich entsteht.</p>
</li>
</ol>
<h2 data-start="7579" data-end="7662">Topografie, Positionierungserwartungen und die Grenze von 5 bis 7 Elementen</h2>
<p data-start="7663" data-end="8061">Du leitest aus der Hand-Topografie eine sehr konkrete Design-Konsequenz ab: Auch bei Websites haben sich feste Positionierungen für bestimmte Funktions- und Interaktionselemente etabliert. Daraus folgt die Empfehlung, für jedes Screen- und Interfacedesign eine Topografie als Funktionslayout darzustellen, um Positionen festzulegen und Erwartung zu bedienen.</p>
<p data-start="8063" data-end="8336">Wichtig ist dabei auch Dein Warnhinweis: Erinnerungstechniken scheitern, wenn mehr als fünf bis sieben Elemente erinnert werden sollen. Das ist im Kontext „Navigation, Menüs, Optionen“ ein klares Argument gegen überladene Interfaces.</p>
<h2 data-start="8338" data-end="8420">Interface als (Handlungs-) Spielraum – die Illusion von direkter Kontrolle</h2>
<p data-start="8421" data-end="8755">Ein sehr starkes Leitmotiv in Deinem Text ist die Zielqualität eines Interfaces: Es soll nicht wie ein Werkzeug wirken, sondern wie eine (Handlungs-) Umgebung oder besser ein (Handlungs-) Spielraum. Dadurch entsteht beim Anwender der Eindruck, Teil einer Handlung zu sein und selbst zu agieren.</p>
<p data-start="8757" data-end="9199">Du formulierst dann eine entscheidende Design-Einsicht: Diese Illusion soll nicht manipulieren, sondern Autonomie vermitteln. Ein Interface soll dem Anwender die Illusion liefern, direkt und selbst zu manipulieren, statt manipuliert zu werden. <br data-start="9040" data-end="9043" />Das ist inhaltlich anschlussfähig an die HCI-Diskussion um „Direct Manipulation“ und Metaphern an der Schnittstelle.</p>
<h2 data-start="9201" data-end="9254">Warum reine Usability-Kriterien nicht reichen</h2>
<p data-start="9255" data-end="9654">Du schließt mit einer klaren Diagnose: Es fehlen geeignete Kriterien, um Interface als Dialog- und Kommunikationsform zu beurteilen, weil viele Untersuchungen technologisch und usability-fokussiert bleiben. Usability bleibt wichtig, aber für nonlineare und interaktive Erzählformen, Wissensvermittlung und emotionale Wirkung brauchst Du zusätzliche Kriterien.</p>
<p data-start="9656" data-end="9711">Als knackiger Zusatzabsatz (direkt nutzbar) passt hier:</p>
<p data-start="9713" data-end="10032">Wenn Du Interface als Metapher ernst nimmst, bewertest Du nicht nur „Wie schnell gelingt Aufgabe X?“, sondern auch „Welche Welt wird hier konstruiert?“, „Welche Rolle bekommt der Anwender?“ und „Welche Bedeutung und Emotion transportiert die Interaktion?“. Genau an dieser Stelle wird Interfacedesign zur Kulturtechnik.</p>
<p>Jede Zeit bringt eine Kunstform hervor, die mit ihren zentralen Ideen und sozialen Umständen korrespondiert. So wie die konzentrierte Zentralperspektive eine Basis schuf, durch die sich das zu Beginn der Renaissance neu entwickelnde Bild des Menschen konstruieren ließ, so ist das Interfacedesign der Dreh- und Angelpunkt unserer Zeit. Bedingt durch die Computertechnologie werden komplexe Interfaces möglich, aber auch notwendig, die einerseits den Zugang zu nie geahnten Informationsmengen und dadurch zu neuen Verweis- und Vergleichsmöglichkeiten bieten. Andererseits führen uns diese Interfaces umso drastischer und auch vielseitiger die Komplexität und Undurchschaubarkeit dessen vor Augen, was wir Menschen wahrnehmen können.<br />Die computerbasierte Informationstechnologie eröffnet uns diese Vielseitigkeit durch unendlich große Informationsmengen. Interfaces helfen uns, diese Mengen auf ein erträgliches und verständliches Maß herunter zu brechen. Das Interface selbst ist dabei nicht neu, sondern so, wie es heute angewandt wird, nur die aktuellste Form, Komplexität nachvollziehbar und zugänglich zu machen. Nachteilig ist allerdings, dass Interfacedesign bisher nur nach den Kriterien der Benutzerfreundlichkeit analysiert wurde, anstatt es als Ausdrucks- bzw. Kunstform zu betrachten. Mit dem Interfacedesign gehen Kunst und Technologie wieder eine Einheit ein. Wirklich getrennt waren die beiden Elemente eigentlich noch nie. Sie wurden nur von jenen so betrachtet, denen die Entwicklung der digitalen und der interaktiven Möglichkeiten zu unübersichtlich und zu unkontrollierbar voranschritten. Bereits 1997 klagte man über die Komplexität von Interfaces. Vielmehr muss man sich darüber im Klaren sein, wie sehr es ignoriert wurde, kundengerechte Benutzerschnittstellen anzubieten &#8211; auch bei alltäglichen Gebrauchsprodukten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4491" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/04-Spiegel-Titelblatt24_11_1997-kl.jpg" alt="" width="452" height="600" /></p>
<p><span class="smaller">Spiegel-Titelblatt vom 24.11.1997.</span></p>
<p>Erst das Wissen um die Möglichkeiten des Interfacedesigns und auch die Fertigkeitenkompetenzen zur Erstellung interaktiver Produktionen lassen einen Gestalter zum Autor, besser gesagt, zu einem autarken Autor seiner interaktiven Arbeiten werden. Diese Arbeit kann er umso kreativer entwickeln, je mehr er Interfacedesign kulturtheoretisch betrachtet.</p>
<p>Die gotische Kathedrale wurde oft als das erste Lichtkunstwerk bezeichnet, wobei das subtile Licht als Abbild Gottes und des Universums gilt. So wie damals die Menschen glaubten, im Anblick eines Kathedraleninnenraumes ihre aktuelle Realität, Verortung und somit Orientierung erkennen zu können, so scheinen wir heute im Blick durch das Fenster des Computermonitors wesentliche Anteile unserer Realität zu sehen und zu verstehen. Eine bessere Metapher als ›Windows‹ ist dafür wohl nicht zu finden. Interface als urbane Signatur (siehe auch Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/orientierung/">›Orientierung‹</a>).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4327" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/windows-10-Kacheln-Me.png" alt="" width="510" height="340" /></p>
<p>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4496" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/11-Kathedrale-als-Interface-kl.jpg" alt="" width="1704" height="2272" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/11-Kathedrale-als-Interface-kl.jpg 1704w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/11-Kathedrale-als-Interface-kl-600x800.jpg 600w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/11-Kathedrale-als-Interface-kl-768x1024.jpg 768w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/11-Kathedrale-als-Interface-kl-1152x1536.jpg 1152w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/11-Kathedrale-als-Interface-kl-1536x2048.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 1704px) 100vw, 1704px" /></p>
<p><span class="smaller">Kathedrale = Interface (Foto: Kölner Dom)</span></p>
<p>Die gotische Kathedrale machte den Menschen des Mittelalters die Unendlichkeit vorstellbar. Das moderne Interface tut nichts anderes. Steven Johnson beschreibt z. B. in seinem Buch ›Interface Culture‹ <em>(Johnson, Steven: Interface Culture. Klett-Cotta 1997.)</em> die gotische Kathedrale als Interface zum christlichen Universum, die chaotische Selbstorganisation der Bebauung durch die Pariser Stadtplanung als Interface der sozialen Interaktion und die Novelle Dickens als Interface zu den sozialen Umbrüchen der industriellen Revolution.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1695" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/soziale-interaktion.png" alt="Stadtplanung als Interface der sozialen Interaktion. Michel Turgots Stadtplan von Paris, graviert von Louis Bretez und Claude Lucas (1734–39). Eine komplette Reproduktion ist zu finden in ›Le Plan de Paris de Louis Bretez dit Plan de Turgot, présenté et commenté par Bernard Rouleau‹, Nördlingen: Verlag Dr. Alfons Uhl, 1989." width="566" height="561" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/soziale-interaktion.png 566w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/soziale-interaktion-140x140.png 140w" sizes="auto, (max-width: 566px) 100vw, 566px" /></p>
<p><span class="smaller">Stadtplanung als Interface der sozialen Interaktion. Michel Turgots Stadtplan von Paris,<br />graviert von Louis Bretez und Claude Lucas (1734–39). Eine komplette Reproduktion ist zu<br />finden in ›Le Plan de Paris de Louis Bretez dit Plan de Turgot, présenté et commenté par<br />Bernard Rouleau‹, Nördlingen: Verlag Dr. Alfons Uhl, 1989.</span></p>
<p>Johnson sieht hier kulturelle Funktionen, die im Kern denen des Computer-Desktops bzw. den Absichten aller Benutzeroberflächen gleichgesetzt werden können, eben die Übersetzung komplexer Zusammenhänge in überschaubare Strukturen und Reduktion auf das, was, je nach Anforderung, gerade eben als das Wesentliche gilt – das Interface als Metapher.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4494" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/05-Excelsior-3000-kl.jpg" alt="" width="567" height="425" /></p>
<p><span class="smaller">Interface als Überforderung. ›Excelsior 3000: Bowel Technology Project‹ von Ian Haig aus<br />dem Jahr 2003, ausgestellt beim European Media Art Festival 2004 in Osnabrück.<br />Erläuterungstext beim EMAFFestival: »Das Projekt will gängige Vorstellungen von der<br />Geräte-Benutzer-Interaktion aktiv verwandeln und trägt Konzepte interaktiver Kunstformen<br />in einen abgelegeneren Bereich. Der Darm erfährt eine neue Bedeutung als zentrale<br />Schnittstelle …«.</span></p>
<p>.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4402" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/Thomas-Morus-Utopia.png" alt="" width="372" height="524" /></p>
<p>Die Abbildung von 1517 stammt aus dem Hauptwerk ›Utopia‹ von Thomas Morus (1477/78 – 1535). Die Karte dient zum einen der Orientierung, beinhaltet aber auch zahlreiche Icons und Metaphern, die darauf hinweisen, dass die Insel nicht nur bewohnt ist, sondern das es dort auch komplexe und wehrhafte Gebäude gibt. Zudem wird gezeigt, dass alle Gebäude per Schiff erreichbar sind und das der Hafen große Schiffe aufnehmen kann. Die Karte fungiert als Interface, wie die Insel genutzt und wofür sie gebraucht werden kann. Eine komplett digitalisierte Ausgabe von ›Thomas Morus&#8217; Utopia‹ ist zu finden unter: <a href="http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/more/utopia/">www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/more/utopia</a>.</p>
<p>Die Guidonische Hand, eine Merkhilfe, bei der jedem Fingerglied eine Tonstufe zugeordnet ist, ist eine weitere Variante, die Hand als Interface zu nutzen. Diese Mnemotechnik wird auf den italienischen Mönch Guido von Arezzo (ca. 992 – 1050) zurückgeführt. Er war Musiktheoretiker und Lehrer und führte mit den Solmisationsilben ein Zeichensystem relativer Tonverhältnisse ein, das dem Chor durch diese Fingersprache vermittelt werden konnte.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1692" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/hand-interface.png" alt="Die Hand als Interface am Beispiel des ›Fingerelektronischen Handrechners‹ der Gruppe Kunstflug, gezeigt in der Ausstellung ›Design heute‹, im Deutsches Architektur Museum Frankfurt am Main, 1986 (Foto: Walter Vogel)." width="607" height="394" srcset="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/hand-interface.png 607w, https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/hand-interface-600x389.png 600w" sizes="auto, (max-width: 607px) 100vw, 607px" /></p>
<p><span class="smaller">Die Hand als Interface am Beispiel des ›Fingerelektronischen Handrechners‹ der Gruppe<br />Kunstflug, gezeigt in der Ausstellung ›Design heute‹, im Deutsches Architektur Museum Frankfurt<br />am Main, 1986 (Foto: Walter Vogel).</span></p>
<div class="mceTemp"> </div>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1694" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/hand-notes.png" alt="An fünf Fingern abzulesen. Die Abbildung stammt von einem unbekannten Holzschnitzer aus dem Jahr 1488 (The Walters Art Gallery, Baltimore, Maryland)." width="428" height="619" /></p>
<p><span class="smaller">An fünf Fingern abzulesen. Die Abbildung stammt von einem<br />unbekannten Holzschnitzer aus dem Jahr 1488 (The Walters Art<br />Gallery, Baltimore, Maryland).</span></p>
<p>Der Prediger Berthold von Regensburg (1210 – 1272) nutze die Hand zweihundert Jahre später als Guido von Arezzo ebenso als Interface für eine einfache Memorialtechnik. Der Ausdruck ›An fünf Fingern abzulesen‹ mag aus diesem Zusammenhang stammen. Ein Indiz dafür könnte seine Predigt ›Von den 5 Pfunden‹ sein. Sie bezieht sich auf die fünf Ermahnungen an die Gläubigen, deren Aufzählung jeweils an Hand der fünf Sinne, der fünf Zehen bzw. der fünf Finger erfolgt. Nicht zuletzt die Beschreibungsform ›anhand‹, in Sätzen, mit denen ›anhand‹ von Beispielen Zusammenhänge erläutert werden, dokumentiert die Hand als Zähl-, Verweis- und Erinnerungsinterface und lässt das Interface als dialogisches Werkzeug erkennen. Der Verweis auf fünf Finger liefert dem Zuhörer eine greifbare Platzierung der Themen und somit eine Orientierung. <em>(Wenzel, Horst: An fünf Fingern abzulesen. Schriftlichkeit und Mnemotechnik in den Predigten Bertholds von Regensburg. In: Bea Lundt; Helma Reimöller (Hrsg.): Von Aufbruch und Utopie. Perspektiven einer neuen Gesellschaftsgeschichte des Mittelalters. Für und mit Ferdinand Seibt aus Anlass seines 65. Geburtstages. Köln/Weimar/Wien, 1992, S. 235–247. Wenzel, Horst; Beck, C. H.: Hören und Sehen, Schrift und Bild. Kultur und Gedächtnis im Mittelalter. C. H. Beck, 1995. Sherman, Claire R.: Writing on Hands: Memory and Knowledge in Early Modern Europe. Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Dickinson College&#8217;s Trout Gallery in Pennsylvania und der Folger Shakespeare Library in Washington, D.C., University of Washington Press, 2001.)</em> Diese Topographie stellt ein Angebot dar, welches im heutigen Interfacedesign auch Anwendung findet. Insbesondere bei der Gestaltung von Internetseiten haben sich für bestimmte Funktions- und Interaktionselemente feste Positionierungen etabliert (siehe dazu auch <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/gestaltungslayout/">›Positionierungserwartungen‹</a> im Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/gestaltungslayout/">›Gestaltungslayout‹</a>). Es ist angebracht, für jedes Screen- und Interfacedesign egal welchen Produkttyps eine Topographie in Form eines Funktionslayouts darzustellen, mit dem die Positionierungen der einzelnen Elemente festgelegt werden (siehe Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/funktionslayout/">›Funktionslayout‹</a>). Dies geschieht immer auch in der Erwartung, den Anwender einerseits in seinem Wunsch nach Gewohnheit zu befriedigen und andererseits eine grundsätzliche Optimierung der Usability zu erreichen (siehe Kapitel<br /><a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/usability/">›Usability‹</a>). Die Erinnerungstechniken scheitern aber stets, wenn es mehr als fünf bis sieben Elemente bzw. Verweise zu erinnern gilt.<br /><em>Berührung als Dialogform</em>. ›Lormen‹ ist eine Kommunikationstechnik zur Verständigung mit taubblinden Menschen, die nach seinem Erfinder Hieronymus Lorm (1821–1902) benannt ist. Die Verständigung findet mit Berührungen an der Hand statt, indem mit vorgegebenen Berührungsmustern in Form von Streichen bzw. Klopfen auf Finger und Hand Buchstaben des Alphabets auf die Hand ›gezeichnet‹ werden bis Worte bzw. Sätze gebildet sind. Die Hand wird dabei zur Bedien- und Dialogoberfläche.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-1693" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/07/hand-interface-fuer-blinde.png" alt="Die Abbildung stammt von der Internetseite www.lowvision2.de/lormen.htm. Dort befindet sich auch eine interaktive Vorführung des Tastalphabets für Taubblinde." width="447" height="584" /></p>
<p><span class="smaller">Die Abbildung stammt von der Internetseite<br />www.lowvision2.de/lormen.htm. Dort befindet sich auch eine<br />interaktive Vorführung des Tastalphabets für Taubblinde.</span></p>
<p>Wichtig ist, ein Interface so entwickeln, dass es dem Anwender nicht den Eindruck eines Werkzeugs, sondern den einer (Handlungs-) Umgebung oder noch besser, den eines (Handlungs-) Spielraums vermittelt. Dann erst kann der Anwender den Eindruck gewinnen, nicht das interaktive Produkt veranlasst zu haben, etwas zu tun, sondern selbst Teil dieser Handlung zu sein, dort eine Funktion zu haben und diese auch selbstständig auszufüllen. Diese erstrebenswerte Illusion soll den Anwender in die Ereignisse einer Erzählung hineinziehen bzw. in die Abfolge einer Funktion oder Dienstleistung involvieren. Was sagt uns das für die Gestaltung, Erstellung und Nutzung von interaktiven Produkten? Das Interface kann dem Anwender zumindest die Illusion liefern, direkt und vor allem selbst zu manipulieren, anstatt manipuliert zu werden. Auch wenn es bisweilen nur eine Illusion ist, so bleibt doch festzuhalten, dass diese zumindest bei einer Erzählung ein wesentlicher Bestandteil ist, ob interaktiv oder nicht.<br />Es mangelt nach wie vor an geeigneten Kriterien zur Beurteilung des Interfaces als Dialog- und Kommunikationsform. Die bisherigen Untersuchungen basieren ausschließlich auf technologischen Gesichtspunkten und in diesem Zusammenhang auf die Benutzerfreundlichkeit (siehe Kapitel <a href="http://basics.designismakingsense.de/schlagwort/usability/">›Usability‹</a>). Diese ist zwar ein sehr wichtiges Element zur Beurteilung des Interfacedesigns, will man Interaktion und Interface aber nicht nur für die Beschreibung von Funktionalitäten, sondern auch für nonlineare und interaktive Erzählformen bzw. zur Wissensvermittlung einsetzen, so ist es wichtig, ebenso die emotionalen und sinnlichen Ausdrucksformen des Interfacedesigns näher kennenzulernen, sie losgelöst von technisch messbaren Kriterien zu betrachten und selbst welche zu entwickeln. Eine erweiterte Sichtweise zum Thema Interface wird stets eine größere Gestaltungsvielfalt bieten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4499" src="https://www.torstenstapelkamp.de/wp-content/uploads/2017/10/ESt_1_A_2019-1.png" alt="" width="456" height="660" /></p>
<p><span class="smaller">Formulare sind of schlechte Dialogoberflächen. Viele Hard- bzw.<br />Software-Interfaces lassen die Anwender ähnlich verzweifeln.</span></p>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 class="wp-block-heading">Kriterien: Interface als Dialog- und Kommunikationsform bewerten</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Dein Text macht zwei Dinge sehr klar:</p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Interfaces sind eine <strong>Kulturtechnik zur Reduktion von Komplexität</strong> und zur Übersetzung in „überschaubare Strukturen“ (nicht nur Bedienoberfläche). (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)</li>
<li>Gleichzeitig fehlt es „nach wie vor an geeigneten Kriterien“ zur Beurteilung des Interfaces als Dialogform, weil viele Untersuchungen technologisch und usability-zentriert bleiben. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)</li>
</ul>
<p class="wp-block-paragraph">Die folgenden Kriterien sind so formuliert, dass Du sie <strong>in Reviews, Heuristik-Checks, Walkthroughs und Tests</strong> anwenden kannst. Sie sind bewusst „dialogisch“: Sie prüfen, ob das Interface nicht nur Aufgaben ermöglicht, sondern <strong>Orientierung, Bedeutung, Handlungsspielraum, Autonomie, Emotion und Sinnlichkeit</strong> strukturiert. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)</p>
<h3 class="wp-block-heading">K01 – Metapher trägt das System, nicht nur die Wortwahl</h3>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frage:</strong> Ist die Metapher (z. B. „Fenster“) nicht nur ein Label, sondern prägt sie konsistent Navigation, Inhalte, Zustände und Handlungslogik? (Dein „Windows“-Gedanke ist genau so gemeint.) (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Kann ein Nutzer aus der Metapher <strong>vorhersagen</strong>, was passiert (vor dem Klick)?</li>
<li>Gibt es Stellen, an denen die Metapher „bricht“ (z. B. unerwartete Zustände, widersprüchliche Begriffe, inkonsistente Objekte)?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K02 – Reduktion: Übersetzt das Interface Komplexität in überschaubare Strukturen?</h3>
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frage:</strong> Wird sichtbar reduziert auf „das Wesentliche“, abhängig von Anforderung und Kontext (statt Überforderung durch gleichwertige Optionen)? (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Informationen/Optionen sind auf Ebene 1 sichtbar, welche sind bewusst nachgeordnet?</li>
<li>Können Nutzer den nächsten sinnvollen Schritt ohne „Suchen im Nebel“ identifizieren?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K03 – Orientierung: Gibt es ein „Wo bin ich“ und „Wohin kann ich“?</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Du nutzt Karten als Beispiel: Orientierung plus handlungsleitende Hinweise. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Gibt es stabile Orientierungshilfen (Position, Progress, Status, Hierarchie)?</li>
<li>Sind „Landmarks“ erkennbar (Startpunkte, Schwerpunkte, Rücksprungpunkte)?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K04 – Topografie und Positionierungserwartungen werden erfüllt oder bewusst gebrochen</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Du leitest explizit ab: feste Positionierungen, Topografie als Funktionslayout, Erwartung bedienen. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Sind Kernfunktionen dort, wo Nutzer sie erwarten (oder gibt es eine sehr gute Begründung für Abweichungen)?</li>
<li>Ist die Topografie über Screens hinweg stabil (Positionsgedächtnis wird belohnt)?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K05 – Gedächtnisgrenzen werden respektiert (statt „Menü mit 40 Optionen“)</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Du nennst sehr konkret: Erinnerungstechniken scheitern, wenn mehr als fünf bis sieben Elemente/Verweise erinnert werden sollen. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Wie viele gleichrangige Optionen gibt es auf der wichtigsten Ebene wirklich?</li>
<li>Werden Gruppen, Ebenen, progressive Offenlegung genutzt, statt alles gleichzeitig zu zeigen?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K06 – Dialogklarheit: Signifiers sind eindeutig, nicht rätselhaft</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Hier passt der Brückenschlag zu HCI: „Signifiers“ machen Handlungsangebote sichtbar (auch bei scheinbar selbsterklärenden Interfaces). (<a href="https://jnd.org/signifiers-not-affordances/?utm_source=chatgpt.com">Don Norman&#8217;s JND.org</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Erkennen Nutzer ohne Erklärung, was klickbar/bedienbar ist?</li>
<li>Sind Zustände und Aktionen unterscheidbar (z. B. primär/sekundär, aktiv/inaktiv)?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K07 – Handlungsfreiheit: Das Interface vermittelt Spielraum statt Werkzeuggefühl</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Du formulierst es sehr deutlich: Interface soll wie (Handlungs-)Umgebung oder Spielraum wirken, damit Nutzer sich als Teil der Handlung erleben. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Können Nutzer Ziele auf mehrere Arten erreichen (ohne bestraft zu werden)?</li>
<li>Fühlt sich das System „reaktiv-zwanghaft“ an oder „kooperativ“?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K08 – Autonomie statt Bevormundung: Illusion direkter Kontrolle</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Du setzt einen starken Maßstab: Das Interface soll die Illusion liefern, „direkt und selbst zu manipulieren, anstatt manipuliert zu werden“. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Gibt es unmittelbares Feedback auf Aktionen und klare Rückmeldungen zu Konsequenzen?</li>
<li>Gibt es Undo/Abbrechen/Zurück auf sinnvollen Ebenen, sodass Kontrolle real erlebbar ist?</li>
</ul>
<p class="wp-block-paragraph">Als Ergänzung aus der HCI-Perspektive: „Direct Manipulation“ wird klassisch genau über direkte Handlung, sichtbare Objekte und schnelles Feedback beschrieben. (<a href="https://www.nngroup.com/articles/direct-manipulation/?utm_source=chatgpt.com">Nielsen Norman Group</a>)</p>
<h3 class="wp-block-heading">K09 – Erzähl- und Wissensvermittlung: Trägt die Interaktion Bedeutung?</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Du schreibst, dass Interface/Interaktion auch für nonlineare Erzählformen und Wissensvermittlung betrachtet werden muss, inklusive emotionaler und sinnlicher Ausdrucksformen. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/interface-als-metapher/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Ist klar, welche „Bedeutung“ eine Interaktion transportiert (nicht nur Funktion)?</li>
<li>Unterstützt die Struktur eine verständliche Dramaturgie (Einstieg, Vertiefung, Abschluss)?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K10 – Sinnlichkeit und Emotion sind gestaltbar und werden nicht ignoriert</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Wenn UX als „Wahrnehmungen und Reaktionen“ (inklusive emotionaler Reaktionen) verstanden wird, ist das ein legitimer Bewertungsraum, nicht „nice to have“. (<a href="https://medium.com/design-bootcamp/understanding-the-iso-definition-of-user-experience-b6e60622cd4e?utm_source=chatgpt.com">Medium</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Gefühle werden wahrscheinlich ausgelöst (Sicherheit, Klarheit, Freude, Stress)?</li>
<li>Sind Mikro-Interaktionen, Rhythmus, Leseführung und visuelle Hierarchie darauf abgestimmt?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K11 – Usability ist vorhanden, aber nicht das einzige Bewertungskriterium</h3>
<p class="wp-block-paragraph">Usability bleibt ein Grundpfeiler: Effektivität, Effizienz, Zufriedenheit im Nutzungskontext. (<a href="https://www.iso.org/obp/ui/fr/?utm_source=chatgpt.com">ISO</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Effektivität: Kommen Nutzer ans Ziel ohne Umwege?</li>
<li>Effizienz: Wie viel Aufwand ist nötig?</li>
<li>Zufriedenheit: Würden Nutzer das „gern“ wieder tun (nicht nur „ging irgendwie“)?</li>
</ul>
<h3 class="wp-block-heading">K12 – Form und Funktion werden als Einheit gedacht</h3>
<p class="wp-block-paragraph">In Deinen Grundlagen betonst Du explizit, dass Screen-/Informationsdesign und Interface-/Interactiondesign zusammenwirken und nicht als „nur Technik“ missverstanden werden dürfen. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/form-und-funktion/">torstenstapelkamp.de</a>)<br /><strong>Prüfen:</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li>Sind visuelle Hierarchie und Interaktionslogik konsistent miteinander?</li>
<li>Unterstützt die Form die Funktion so, dass das Dialogangebot klarer wird (nicht nur hübscher)?</li>
</ul>
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>
<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 class="wp-block-heading">6 interne Links mit je 2 Sätzen Teaser</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Hier ist ein direkt einsetzbarer Block (als Überschrift plus Linkliste). Alle Links sind innerhalb Deiner Domain und thematisch eng am Interface-/Interaction-Kontext.</p>
<h3 class="wp-block-heading">Weiterlesen</h3>
<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Benutzeroberflächen</strong><br />Benutzeroberflächen sind nicht nur „Features“, sondern müssen Funktionen so kommunizieren, dass sie Teil der Produktabsicht werden. Der Beitrag zeigt, wie schnell Feature-Fokus zu Überforderung führt und warum Interface-Entscheidungen reale Fehler und Fehlhandlungen begünstigen können. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/benutzeroberflaechen/">torstenstapelkamp.de</a>)</li>
<li><strong>Orientierung – Ziel und Absicht von Interfacedesign und Interactiondesign</strong><br />Orientierung entsteht durch Transformation: Daten müssen in strukturierte Informationen übersetzt werden, damit Nutzer sich in einer virtuellen Umgebung verorten können. Du bekommst hier eine klare gedankliche Basis, warum Orientierung immer auch mit Leiten, Informieren und Lernbereitschaft zusammenhängt. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/orientierung/">torstenstapelkamp.de</a>)</li>
<li><strong>Form und Funktion – Bei Websites und für Hardware und Software</strong><br />Der Beitrag ordnet Screen-, Informations-, Interface- und Interactiondesign als zusammenhängende Gestaltungsaspekte ein, statt sie gegeneinander auszuspielen. Besonders hilfreich ist die Argumentation, warum interaktive Produkte ohne Funktionslayout, Flowchart und Styleguide schnell Gestaltungspotenzial verschenken. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/form-und-funktion/">torstenstapelkamp.de</a>)</li>
<li><strong>Flowchart – Basis für die Strukturierung von Websites und Apps</strong><br />Ein Flowchart macht Abhängigkeiten, Kapitel-Logik und Entscheidungsstellen sichtbar und ist damit ein zentraler Schritt, um Komplexität beherrschbar zu machen. Du findest außerdem eine klare Abgrenzung, was Flowchart leistet und was stattdessen Funktionslayout und Storyboard abdecken. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/flowchart/">torstenstapelkamp.de</a>)</li>
<li><strong>Funktionslayout – Wireframe – Basis für Software-, App- und Website-Entwicklung</strong><br />Das Funktionslayout visualisiert Funktionselemente, Eigenschaften und Positionen, ohne dass Design schon festgelegt werden muss. Es eignet sich besonders, um Dialog und Interaktion prototypisch zu prüfen und als gemeinsame Diskussionsgrundlage im Team und mit dem Kunden zu dienen. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/funktionslayout-wireframe/">torstenstapelkamp.de</a>)</li>
<li><strong>Gestaltungslayout / Raster / Leserichtung</strong><br />Der Beitrag zeigt, wie Layoutprinzipien aus Screen- und Interfacedesign auch auf Hardware-Bedienfelder übertragbar sind, weil Produkte als Oberflächenverteilungen wahrgenommen werden. Du bekommst eine systematische Grundlage zu Fläche, Format, Raster und Konsistenz, die direkt auf Interface-Leseführung einzahlt. (<a href="https://www.torstenstapelkamp.de/gestaltungslayout/" class="ek-link">torstenstapelkamp.de</a>)</li>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ist eine Interface-Metapher?</strong></h2>
<p class="wp-block-paragraph">Eine Interface-Metapher nutzt vertraute Modelle, Bilder oder Strukturen, um Komplexität verständlich zu machen und Handlungen zu rahmen. In Deinem Beitrag wird das Interface als Form verstanden, die Komplexes in überschaubare Strukturen übersetzt und auf das Wesentliche reduziert.</p>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum ist „Windows“ eine Metapher?</strong></h2>
<p class="wp-block-paragraph">Weil der Bildschirm in Deiner Argumentation wie ein Fenster fungiert, durch das Realität sichtbar und verstehbar wird. Der Begriff „Windows“ verdichtet dieses Prinzip sprachlich und macht es intuitiv anschlussfähig.</p>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was hat eine gotische Kathedrale mit Interfaces zu tun?</strong></h2>
<p class="wp-block-paragraph">In Deinem Text ist die Kathedrale ein Beispiel dafür, wie Räume Orientierung, Bedeutung und ein Weltbild vermitteln können. Diese Funktion überträgst Du auf moderne Interfaces, die Komplexität strukturieren und zugänglich machen.</p>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Warum sind Karten Interfaces?</strong></h2>
<p class="wp-block-paragraph">Weil Karten nicht nur Orte zeigen, sondern auch Bedeutungen und Nutzungslogiken kommunizieren (Orientierung plus handlungsleitende Hinweise). Das demonstrierst Du am Beispiel einer Karte in „Utopia“.</p>
<h2 class="wp-block-heading">Was bedeutet „Topografie“ im Interfacedesign?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Topografie meint die stabile Platzierung von Elementen, die Erwartung bedient und Orientierung erleichtert. Du leitest daraus die Empfehlung ab, Funktionslayouts zu erstellen, um Positionen bewusst festzulegen.</p>
<h2 class="wp-block-heading">Warum ist „mehr“ oft schlechter im Interface?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Weil Erinnerungstechniken und Orientierung schnell überlastet werden. Du nennst als Grenze, dass es kritisch wird, wenn mehr als fünf bis sieben Elemente bzw. Verweise erinnert werden sollen.</p>
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